Reime Verse Poesie Prosa
Geburtstagsgedichte kurze Geburtstagsgedichte
Liebesgedichte Kindergedichte Lustige Gedichte Englische Gedichte
Weihnachtsgedichte Neujahrsgedichte





  Home Gedichte ZitateSprüche Kontakt Blog

Goethe Gedichte

Schöne Gedichte von Johann Wolfgang von Goethe. Bekannte und weniger bekannte sowie Liebesgedichte des grossen deutschen Dichters.

Glücklliche Fahrt

Die Nebel zerreißen,
Der Himmel ist helle,
Und Äolus löset
Das ängstliche Band.
Es säuseln die Winde,
Es rührt sich der Schiffer.
Geschwinde! Geschwinde!
Es teilt sich die Welle,
Es naht sich die Ferne;
Schon seh ich das Land!

(Johann Wolfgang von Goethe, 1749-1832, deutscher Naturforscher, Philosoph und Dichter)

Jetzt fühlt der Engel, was ich fühle

Jetzt fühlt der Engel, was ich fühle.
Ihr Herz gewann ich mir beim Spiele,
Und sie ist nun von Herzen mein.
Du gabst mir, Schicksal, diese Freude,
Nun laß auch Morgen sein wie Heute
Und lehr mich ihrer würdig sein.

(Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832, deutscher Dichter; aus: Goethes Gedichte in zeitlicher Folge, Insel Verlag, 1990)

Die Freuden

Es flattert um die Quelle
Die wechselnde Libelle,
Mich freut sie lange schon;
Bald dunkel und bald helle,
Wie der Chamäleon,
Bald rot, bald blau,
Bald blau, bald grün;
O dass ich in der Nähe
Doch ihre Farben sähe!

Sie schwirrt und schwebet, rastet nie!
Doch still, sie setzt sich an die Weiden.
Da hab ich sie! Da hab ich sie!
Und nun betracht ich sie genau,
Und seh ein traurig dunkles Blau -
So geht es dir, Zergliedrer deiner Freuden!

(Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832, deutscher Dichter; Quelle: die schönsten Gedichte von Goethe, Diogenes 1984)

Abschied

Zu lieblich ists, ein Wort zu brechen,
Zu schwer die wohlerkannte Pflicht,
Und leider kann man nichts versprechen,
Was unserm Herzen widerspricht.

Du übst die alten Zauberlieder,
Du lockst ihn, der kaum ruhig war,
Zum Schaukelkahn der süssen Torheit wieder,
Erneust, verdoppelst die Gefahr.

Was suchst du mir dich zu verstecken!
Sei offen, flieh nicht meinen Blick!
Früh oder spät musst ichs entdecken,
Und hier hast du dein Wort zurück.

Was ich gesollt, hab ich vollendet,
Durch mich sei dir von nun an nichts verwehrt;
Allein verzeih dem Freund, der sich nun von dir wendet
Und still in sich zurücke kehrt.

(Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832, deutscher Naturforscher, Philosoph und Dichter)

Herbstgefühl

Fetter grüne, du Laub,
Am Rebengeländer
Hier mein Fenster herauf!
Gedrängter quellet,
Zwillingsbeeren, und reifet
Schneller und glänzend voller!
Euch brütet der Mutter Sonne
Scheideblick; euch umsäuselt
Des holden Himmels
Fruchtende Fülle;
Euch kühlet des Mondes
Freundlicher Zauberhauch,
Und euch betauen, ach!
Aus diesen Augen
Der ewig belebenden Liebe
Vollschwellende Tränen.

(Johann Wolfgang von Goethe, 1749-1832, deutscher Naturforscher, Philosoph und Dichter)

> Herbstegedichte von Goethe

An ein goldenes Herz

Angedenken du verklungner Freude,
Das ich immer noch am Halse trage,
Hältst du länger als das Seelenband uns beide?
Verlängerst du der Liebe kurze Tage?

Flieh ich, Lili, vor dir! Muss noch an deinem Bande
Durch fremde Lande,
Durch fremde Täler und Wälder wallen!
Ach, Lilis Herz konnte so bald nicht
Von meinem Herzen fallen.

Wie ein Vogel, der den Faden bricht
Und zum Walde kehrt,
Er schleppt des Gefängnisses Schmach,
Noch ein Stückchen des Fadens nach;
Er ist der alte freigeborne Vogel nicht,
Er hat schon jemand angehört.

(Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832, deutscher Dichter)

Das Beste

Wenn dir's in Kopf und Herzen schwirrt,
Was willst du Bessres haben!
Wer nicht mehr liebt und nicht mehr irrt,
Der lasse sich begraben.

(Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832, deutscher Dichter; aus: Epigrammatisch - Quelle: Goethe Brevier, Reclam)





Gegenseitig

Wie sitzt mir das Liebchen?
Was freut sie so gross?
Den Fernen, sie wieg ihn,
Sie hat ihn im Schoss;
Im zierlichen Käfig
Ein Vöglein sie hält,
Sie lässt es herausser
So, wie's ihr gefällt.
Hats Picken dem Finger,
Den Lippen getan,
Es flieget und flattert,
Und wieder heran.
So eile zur Heimat,
Das ist nun der Brauch;
Und hast du das Mädchen,
So hat sie dich auch.

(Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832, deutscher Dichter)

Wonniglich ist's

Wonniglich ists, die Geliebte
verlangend im Arme zu halten,
Wenn ihr klopfendes Herz
Liebe zuerst dir gesteht.
Wonniglicher, das Pochen
des Neulebendigen fühlen,
Das in dem lieblichen Schoss
immer sich nährend bewegt.
Schon versucht es die Sprünge
der raschen Jugend; es klopfet
Ungeduldig schon an,
sehnt sich nach himmlischem Licht.
Harre noch wenige Tage!
Auf allen Pfaden des Lebens
Führen die Horen dich streng,
wie es das Schicksal gebeut.
Widerfahre dir, was dir auch will,
du wachsender Liebling -
Liebe bildete dich;
werde dir Liebe zuteil!

(Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832, deutscher Dichter; aus: Goethes Gedichte in zeitlicher Folge, Insel Verlag, 1990)

Nicht ist alles Gold

Nicht ist alles Gold, was gleisst,
Glück nicht alles, was so heisst;
Nicht alles Freude, was so scheint;
Damit hab ich gar manches gemeint.

(Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832, deutscher Dichter; Quelle: Mit Goethe durch das Jahr 2005)

Neue Liebe, neues Leben

Herz, mein Herz, was soll das geben?
Was bedränget dich so sehr?
Welch ein fremdes, neues Leben!
Ich erkenne dich nicht mehr.
Weg ist alles, was du liebtest,
Weg, warum du dich betrübtest,
Weg dein Fleiss und deine Ruh –
Ach, wie kamst du nur dazu!
Fesselt dich die Jugendblüte,
Diese liebliche Gestalt,
Dieser Blick voll Treu und Güte
Mit unendlicher Gewalt?
Will ich rasch mich ihr entziehen,
Mich ermannen, ihr entfliehen,
Führet mich im Augenblick,
Ach, mein Weg zu ihr zurück.
Und an diesem Zauberfädchen,
Das sich nicht zerreissen lässt,
Hält das liebe lose Mädchen
Mich so wider Willen fest;
Muss in ihrem Zauberkreise
Leben nun auf ihre Weise.
Die Verändrung, ach, wie gross!
Liebe! Liebe! Lass mich los!

(Johann Wolfgang von Goethe, 1749-1832, deutscher Dichter)

Kein Wesen

Kein Wesen kann zu Nichts zerfallen!
Das Ew'ge regt sich fort in allen,
Am Sein erhalte dich beglückt!
Das Sein ist ewig: denn Gesetze
Bewahren die lebend'gen Schätze,
Aus welchen sich das All geschmückt.

(Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832, deutscher Dichter; aus: Vermächtnis)





Gleich und gleich

Ein Blumenglöckchen
Vom Boden hervor
War früh gesprosset
In lieblichem Flor;
Da kam ein Bienchen
Und naschte fein: –
Die müssen wohl beide
Füreinander sein.

(Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832, deutscher Dichter; aus: Gedichte, Lieder)

Rastlose Liebe

Dem Schnee, dem Regen,
Dem Wind entgegen,
Im Dampf der Klüfte,
Durch Nebeldüfte,
Immer zu! Immer zu!
Ohne Rast und Ruh!

Lieber durch Leiden
Möcht ich mich schlagen,
Als so viel Freuden
Des Lebens ertragen.
Alle das Neigen
Von Herzen zu Herzen,
Ach, wie so eigen
Schaffet das Schmerzen!

Wie soll ich fliegen?
Wälderwärts ziehen?
Alles vergebens!
Krone des Lebens,
Glück ohne Ruh,
Liebe bist du!

(Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832, deutscher Dichter; Quelle: die schönsten Gedichte von Goethe, Diogenes 1984)

Erster Verlust

Ach, wer bringt die schönen Tage,
Jene Tage der ersten Liebe,
Ach, wer bringt nur eine Stunde
Jener holden Zeit zurück!

Einsam nähr ich meine Wunde,
Und mit stets erneuter Klage
Traur' ich ums verlorne Glück.

Ach, wer bringt die schönen Tage,
Jene holde Zeit zurück!

(Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832, deutscher Dichter; aus: Gedichte, Lieder)

Weihnachten

Bäume leuchtend, Bäume blendend,
Überall das Süsse spendend,
In dem Glanze sich bewegend,
Alt und junges Herz erregend –
Solch ein Fest ist uns bescheret,
Mancher Gaben Schmuck verehret;
Staunend schaun wir auf und nieder,
Hin und her und immer wieder.
Aber, Fürst, wenn dir's begegnet
Und ein Abend so dich segnet,
Dass als Lichter, dass als Flammen
Vor dir glänzten allzusammen
Alles, was du ausgerichtet,
Alle, die sich dir verpflichtet:
Mit erhöhten Geistesblicken
Fühltest herrliches Entzücken.

(Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832)
aus: Gedichte, Ausgabe letzter Hand





Gefunden

Ich ging im Walde
So für mich hin,
Und nichts zu suchen
Das war mein Sinn.

Im Schatten sah ich
Ein Blümchen steh'n,
Wie Sterne leuchtend,
Wie Äuglein schön.

Ich wollt' es brechen,
Da sagt' es fein:
"Soll ich zum Welken
Gebrochen sein?"

Ich grub's mit allen
Den Würzlein aus,
Zum Garten trug ich's
Am hübschen Haus.

Und pflanzt' es wieder
Am stillen Ort;
Nun zweigt es immer
Und blüht so fort.

(Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832, deutscher Dichter)

Wechsel

Auf Kieseln im Bache da lieg ich, wie helle!
Verbreite die Arme der kommenden Welle,
Und buhlerisch drückt sie die sehnende Brust;
Dann führt sie der Leichtsinn im Strome danieder,
Es naht sich die zweite, sie streichelt mich wieder:
So fühl ich die Freuden der wechselnden Lust.
Und doch, und so traurig, verschleifst du vergebens
Die köstlichen Stunden des eilenden Lebens,
Weil dich das geliebteste Mädchen vergisst!
O ruf sie zurücke, die vorigen Zeiten,
Es küsst sich so süsse die Lippen der Zweiten,
Als kaum sich die Lippen der Ersten geküsst.

(Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832, deutscher Dichter)

Mehr Goethe Gedichte
An den Mond
Erlkönig
Ganymed
Osterspaziergang
Prometheus
Totentanz
Zauberlehrling
Nachgefühl, Liebesgedicht von Goethe
Faust Zitate

Johann Wolfgang von Goethe - Wikipedia
Geschichte und Wissenswertes über den bekannten Dichter.

Goethe Gedichte und Zitate
Hier gibt es eine grosse Auswahl an bekannten und weniger bekannten Gedichten und Zitaten. Goethe zum Geburtstag, Liebesgedichte u.v.m.

Die Leiden des jungen Werthers
Die ganze Geschichte auf der Seite von zeno.org

Liebesgedichte von Goethe
Schöne Liebesgedichte und Liebessprüche.

Goethe Zitate
Eine Sammlung mit Goethe Zitaten.

Goethe im Unterricht - Lehrer online
Kennenlernen des Dichters über Faust.

Goethe Institut
Jahrbuch mit umfassender Übersicht über die
Arbeit im Institut.

Goethe Haus Frankfurt
Freies Deutsches Hochstft.

Geschenk- und Bücher-Tipps

Goethe Gedichte:
Sämtliche Gedichte in zeitlicher Folge






Goethe Gedichte 1800-1832:
Text und Kommentare






Ich bin so guter Dinge:
Goethe für Kinder


Weitere Gedichte

Gedichte Goethe Schiller Ringelnatz Nietzsche
Wilhelm Busch Rilke kurze Gedichte Hochzeitsgedichte
Liebesgedichte Frühlingsgedichte Sommergedichte
Englische Gedichte Reime Freundschaftsgedichte
Kindergedichte Verse Lustige Geburtstag
Trauergedichte Englische Sprüche Zitate
Sprüche zum Nachdenken Herbstgedichte
Wintergedichte Weihnachtsgedichte
Prosa Poesie berühmte Mutter
Abschied Winter Ostern
Valentinstag

nach oben

Copyright© by www.gedichte-zitate.com - Impressum -Nutzungsbedingungen - Sitemap