Gedichte von Monika Minder
Gedichte - Monika Minder - Gedicht
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Gedicht
Die Nacht verträumen
Viel Himmel sieht man nicht
Ein Nebel hat ihn weichgezeichnet.
Einsam die Strassen.
Blutlos die Bäume.
Die Kälte sticht.
Ich will die Welt verlassen
Den Tag säumen
und die Nacht verträumen.
(© Monika Minder)
Bitte Zitierrechte beachten!
Schönes Gedicht
Bleib noch eine Weile
Bleib noch eine Weile,
Nur einen Atemzug.
Ein sanftes Streicheln noch,
Ein leiser Kuss,
Ein Händedruck -
Schenk mir diese kleine Frist
Eines letzten Blicks.
Lass mich für einen Herzschlag
Noch nicht los.
Saug noch einmal dich
An meinen Lippen fest.
Bleib noch eine Weile!
(© Monika Minder)
Kurzes Gedicht
Wenn es gar nicht mehr weiter geht
Ich denke immer,
wenn es gar nicht mehr weiter geht,
dann kannst du noch sterben.
Das kannst du noch.
Wenn es nichts mehr gibt,
nicht einmal mehr die Angst.
Es gibt immer noch etwas,
wenn es nichts mehr gibt.
Das Sterben! Den Tod!
(© Monika Minder)
Offizielle Homepage von Monika Minder
Gedicht
Ich und Du
Wir sind trunken
Ich und Du.
Durch deine Augen
stürze ich mich
in dich -
verlier ich mich.
Dein Begehren
zu sehen,
in deinem Blickunterzugehen,
Raum und Zeit
in der Unendlichkeit
zu spüren,
mich unentdecktenWelten
hinzugeben,
bis zehntausend Tränen
unsere Liebe zerstören.
(© Monika Minder)
Gedicht
Im Dunkeln
Nur immer im Dunkeln sein
Nur weil ich es liebe.
Oder mich verkrieche?
In Sicherheit sein.
Ich weiss noch nichts Besseres.
Was willst du von mir?
Ich arbeite wie eine Besessene.
Im Dunkeln bin ich bei dir.
(© Monika Minder)
Gedicht
Schuld
Noch immer den Finger auf der Schuld.
Ich denke die Erinnerung,
Verweigere den Bund.
Meine eigene Verwandlung?
Ich fordere Leben
Aber ich weiss kein besseres Leben.
Die Jahre laufen starr.
Nichts hält, was versprochen war.
(© Monika Minder)
Schönes Gedicht
Flügelschlag des Falters
Am Eingang des Frühlings
Da wollte ich blühn.
Mit dem Flügelschlag des Falters
In die Ferne ziehn.
Nun ist der Herbst eingezogen
Mitten im Frühlingsflug.
Der Nebel verschleiert die Augen
Mein Falter trägt Tränen der Wut.
(© Monika Minder)
Gedicht
Um mein Leben
In diesen Tagen schmerzt es mich,
weil ich mich erinnern muss.
Ich verdrängte um mein Leben,
kein Schmerz war ärmer als die Lust.
In dieser Nacht lebt es mich weiter,
weil die Vergangenheit sich auskotzen muss.
Ich sterbe um mein Leben
Und bleibe bis ich gehen muss.
(© Monika Minder)
Gedicht
Zeit verlieren
Und weil ich Zeit verliere
Im Schmerz friere
Die Falten vom Verfall erzählen
Als wäre nichts geschehen.
Und wie ich die Nacht lebe
Den Schmerz verstehe
Die Schreie niemanden erreichen
Als wären sie schon Leichen.
(© Monika Minder)
Gedicht
Ja sagen
Immerzu mit Worten sein
Man kann gar nicht anders
Die Gedanken sind so
Sie schreien.
Sie schreien ein lautes Nein
das niemand hört.
Sie wehren sich, wehren Worte ab,
schreien gestört.
Und die andern hören nur ein Ja.
Sie wollen nur ein Ja hören.
Jeder Tag ist ein Wörter-Wahn
von Ja-Sagern und Schönen.
(© Monika Minder)
Offizielle Homepage von Monika Minder
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