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Gedichte - Friedrich Nietzsche - Zitate

Hier erhalten Sie schöne tiefgründige Nietzsche Gedichte und Zitate





Die Forderung, geliebt zu werden, ist die Grösste der Anmassungen.
(Zitat von Nietzsche)



Gedicht von Nietzsche

Der du mit dem Flammenspeere


Der du mit dem Flammenspeere
Meiner Seele Eis zertheilt,
Dass sie brausend nun zum Meere
Ihrer höchsten Hoffnung eilt:
Heller stets und stets gesunder,
Frei im liebevollsten Muss: -
Also preist sie deine Wunder,
Schönster Januarius!

(Friedrich Nietzsche 1844-1900, deutscher Dichter und Philosoph;
Quelle: zeno.org)



Nietzsche Gedicht

Kann man nicht alle Werte umdrehen


Kann man nicht alle Werte umdrehen?
Und ist gut vielleicht böse?
Und Gott nur eine Erfindung
und Feinheit des Teufels?
Ist alles vielleicht im letzten Grunde falsch?
Und wenn wir Betrogene sind,
sind wir nicht ebendadurch auch Betrüger?
Müssen wir nicht auch Betrüger sein?

(Friedrich Nietzsche 1844-1900, deutscher Dichter und Philosoph)



Gedicht Nietzsche

Prinz Vogelfrei


So hang ich denn auf krummem Aste
Hoch üfer Meer und Hügelchen:
Ein Vogel lud mich her zu Gaste -
Ich flog ihm nach und rast' und raste
Und schlage mit den Flügelchen.

Das weisse Meer ist eingeschlafen,
Es schläft mir jedes Weh und Ach.
Vergessen hab' ich Ziel und Hafen,
Vergessen Furcht und Lob und Strafen:
Jetzt flieg ich jedem Vogel nach.

Nur Schritt für Schritt - das ist kein Leben!
Stets Bein vor Bein macht müd und schwer!
Ich Lass mich von den Winden heben,
Ich liebe es, mit Flügeln schweben
Und hinter jedem Vogel her.

Vernunft? - das ist ein bös Geschäft:
Vernunft und Zunge stolpern viel!
Das Fliegen gab mir neue Kräfte
Und lehrt' mich schönere Geschäfte,
Gesang und Scherz und Liederspiel.

Einsam zu denken - das ist weise.
Einsam zu singen - das ist dumm!
So horcht mir denn auf meine Weise
Und setzt euch still um mich im Kreise,
Ihr schönen Vögelchen, herum!

(Friedrich Nietzsche 1844-1900, deutscher Dichter und Philosoph;
Idyllen aus Messina)



Gedicht von Nietzsche

Nach neuen Meeren


Dorthin - will ich; und ich traue
Mir fortan und meinem Griff.
Offen liegt das Meer, in's Blaue
Treibt mein Genueser Schiff.

Alles glänzt mir neu und neuer,
Mittag schläft auf Raum und Zeit - :
Nur dein Auge - ungeheuer
Blickt mich's an, Unendlichkeit!

(Friedrich Nietzsche 1844-1900, deutscher Dichter und Philosoph



Gedicht Nietzsche

Das nächtliche Geheimnis


Gestern Nachts, als Alles schlief,
Kaum der Wind mit ungewissen
Seufzern duch die Gassen lief,
Gab mir Ruhe nicht das Kissen,
Noch der Mohn, noch, was sonst tief
Schlafen macht - ein gut Gewissen.

Endlich schlug ich mir den Schlaf
Aus dem Sinn und lief zum Strande.
Mondhell war's und mild - ich traf
Mann und Kahn auf warmem Sande,
Schläfrig beide, Hirt und Schaf: -
Schläfrig stiess der Kahn vom Lande.

Eine Stunde, leicht auch zwei,
Oder war's ein Jahr? - da sanken
Plötzlich mir Sinn und Gedanken
In ein ew'ges Einerlei,
Und ein Abgrund ohne Schranken
That sich auf: - da war's vorbei! -

Morgen kam: auf schwarzen Tiefen
Steht ein Kahn und ruht und ruht --
Was geschah? so riefs, so riefen
Hundert bald - was gab es? Blut? -
Nichts geschah! Wir schliefen, schliefen
Alle - ach, so gut! so gut!

(Friedrich Nietzsche 1844-1900, deutscher Dichter und Philosoph;
Idyllen aus Messina Quelle: Nietzsche Brevier, Reclam 1992)



Gedicht Nietzsche

Vogel Albatross


Oh Wunder! Fliegt er noch?
Er steigt empor, uns seine Flügel ruhn?
Was hebt und trägt ihn doch?
Was ist ihm Ziel und Zug und Zügel nun?

Gleich Stern und Ewigkeit
Lebt er in Höhn jetzt, die das Leben flieht,
Mitleidig selbst dem Neid -:
Und hoch flog, wer ihn auch nur schweben sieht!

Oh Vogel Albatross!
Zur Höhe treibt's mit ew'gem Triebe mich.
Ich dachte dein: da floss
Mir Thrän' um Thräne, - ja, ich liebe dich!

(Friedrich Nietzsche 1844-1900, deutscher Dichter und Philosoph)



Zitate von Nietzsche

Die Forderung

Die Forderung geliebt zu werden, ist die grösste der Anmassungen.

Wir sind gewöhnt
Wir sind gewöhnt bei allem Vollkommenen, die Frage nach dem
Werden zu unterlassen.

Neid und Eifersucht
Neid und Eifersucht sind die Schamteile der menschlichen Seele.

Viele sind hartnäckig
Viele sind hartnäckig in Bezug auf den einmal eingeschlagenen Weg,
wenige in Bezug auf das Ziel.

Das beste Mittel
Das beste Mittel jeden Tag gut zu beginnen, ist: beim Erwachen
daran zu denken, ob man nicht einem Menschen eine Freude
machen könne.

(Friedrich Nietzsche 1844-1900, deutscher Dichter und Philosoph)







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