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Ostergedichte

Oster Gedichte - Ostergedichte - Ostern Gedicht

Hier erhalten Sie schöne Gedichte von und über Ostern





Das Herz hat auch sein Ostern, wo der Stein vom Grabe springt.
(Zitat von Emanuel Geibel)



Ostergedicht

Ostern


Erstorben war des Frühlings Lust und Prangen
Und Winternacht auf weiter Erde lag,
Es harrte lang in tiefer Sehnsucht Bangen
Manch hoffend Herz auf einen Ostertag!
Manch feuchtes Auge fragte, nachtumfangen,
Ob noch kein Strahl aus düstern Wolken brach?
Doch ob verwelkt, verweht die lichten Blüten –
In dunkler Hülle Lebensflammen glühten.

Und horch! wie feiernd heut' in allen Landen
Der Osterglocken hehrer Gruss erklingt:
Der Heiland, der Befreier ist erstanden!
Aus Todesnacht er siegend auf sich schwingt!
Und überall mit ihm aus finstern Banden,
Die Fessel sprengend, lichtes Leben dringt.
O sei gegrüsst, der sel'gen Sieg errungen,
Du Lebensgott, der Todesnacht bezwungen!

Wie regt sich's mächtig nun in tiefen Grüften,
Wie treibt's und wächst und blüht zum Licht empor!
Wie freudenreich in blauen, sonn'gen Lüften
In Glockenklänge tönt der Lerchenchor!
Wie weht ein Hauch von linden Veilchendüften
Aus dürrem Laub am öden Hag hervor!
In Wald und Flur vieltausend Knospen spriessen,
In Duft und Pracht sich blühend zu erschliessen.

Sie alle wollen sel'gen Gruss dir sagen:
Du bangend Herz, lass ab von Winters Leid,
Auch deine Stunde wird in Wonne schlagen,
Da du erblühst zu gleicher Herrlichkeit!
Gesenktes Auge, sieh im Glanze tagen
Den Ostermorgen nach der trüben Zeit!
Wie wir aus Winteröde uns erheben,
Erschliesse mutig dich dem neuen Leben!

Und wenn du trauernd kniest am stillen Orte,
Schliesst all dein Glück ein dunkler Hügel ein,
O glaube du dem heil'gen Osterworte,
Sieh freudig abgewälzt den schweren Stein!
Geöffnet ist des Todes nächt'ge Pforte
Und in die Gruft erglänzt der Morgenschein.
Zu Himmelshöh'n von öden Grabeshügeln
Heb' deine Hoffnung sich auf Glaubensflügeln!

(Luise Förster, Ps. Ada Linden, 1847-1911, deutsche Dichterin)

Quelle: deutsche-liebeslyrik.de




Ostergedicht von Eichendorff

Ostern


Vom Münster Trauerglocken klingen,
Vom Tal ein Jauchzen schallt herauf.
Zur Ruh sie dort dem Toten singen,
Die Lerchen jubeln: wache auf!
Mit Erde sie ihn still bedecken,
Das Grün aus allen Gräbern bricht,
Die Ströme hell durchs Land sich strecken,
Der Wald ernst wie im Träumen spricht,
Und bei den Klängen, Jauchzen, Trauern,
So weit ins Land man schauen mag,
Es ist ein tiefes Frühlingsschauern
Als wie ein Auferstehungstag.

(Joseph von Eichendorff 1788-1857, deutscher Lyriker und Schriftsteller)



Ostergedicht von Julius Sturm

Ostern


Es rauschen und klingen,
Es duften und singen
Die Wipfel im Hain,
Die Blumen am Rain,
Die Bächlein in Klüften,
Die Vöglein in Lüften:
Der Herr ist erstanden!

Was steht ihr und weinet
Um Gräber vereinet?
Der Sieg ist errungen,
Der Tod ist bezwungen,
Der Stein ist gehoben,
Es tönet von oben:
Der Herr ist erstanden!

(Julius Sturm 1816-1896, deutscher Dichter der Spätromantik)



Kurzes Ostergedicht

Der neue Morgen


Der liebe gute Osterhas
Legt bunte Eier
Schön versteckt ins frische Gras.
Der neue Morgen erwacht schneller
Als wir je geträumt und gedacht.
Auch die Glocken läuten heller
Heut, an diesem schönen Tag.

(© Monika Minder)







Ostergedicht von Gumppenberg

Ostern


Heute, da Osterluft weht,
Darfst du den Zauberspruch wagen,
Seele, dass dir auch ersteht,
Was du zu Grabe getragen.

Liebe zu allem, was ist -
Einst in jungfeurigen Stunden,
Ob du viel klüger nun bist,
Hast du doch rechter empfunden!

Glauben an alles, was schafft
Mitten im wüsten Vernichten,
Und an den Sieg der Kraft
Über das Treiben von Wichten!

Hoffnung auf alles, was hell
Einst dich gelockt in die Weiten -
Kamst du ans Ziel nicht so schnell,
Krönen dich kommende Zeiten!

Rufe hinab in die Nacht,
Drinnen die drei sich verborgen:
Auf, ihr Begrabnen, erwacht!
Steigt an den goldenen Morgen!

Siehe, sie starben dir nicht,
Die dich dem Leben verbanden -
Und wie sie tauchen ans Licht,
Fühlst du dich selber erstanden.

(Hans von Gumppenberg 1866-1928, deutscher Dichter, Übersetzer,
Kabarettist und Theaterkritiker)



Ostergedicht

Ewige Ostern


Als sie warfen Gott in Banden,
als sie ihn ans Kreuz geschlagen,
ist der Herr nach dreien Tagen
auferstanden.

Felder dorren. Nebel feuchten.
Wie auch hart der Winer wüte:
Einst wird wieder Blüt' bei Blüte
leuchten.

Ganz Europa brach in Trümmer,
und an Deutschland frisst der Geier, -
doch der Frigga heilige Schleier
weht noch immer.

Leben, Liebe, Lenz und Lieder:
Mit der Erde mag's vergehen.
Auf dem nächsten Sterne sehen
wir uns wieder.

(Klabund 1890-1928, deutscher Schriftsteller)







Ostergedicht von Julie Schrader

Harfenklänge


Es lag des Ostertages Zauber
Schon morgens still auf dem Plümoh,
Als ich nach langer Nacht erwachte.
Welch Fest! In dulci jubilo!

Es treib sich was in meine Glieder,
Es lichteten sich Aug' und Ohr,
Ich sprang von meinem weissen Linnen
Und sang mir selbst ein Liedchen vor.

Wie frisch ist uns're alte Erde,
Wenn sie berührt vom Osterlicht ...!
Ach, tunkt sich's gut im feuchten Nasse!
Wie wohl das ist! Du glaubst es nicht!

Kaum netzt' ich meine ros'gen Wangen,
Als ich vom unteren Gemach'
Viel tausend heit're Klänge hörte:
Welch eine Ode an den Tag!

Das ist der Meister am Klaviere,
Ihm fliesst die Musik ungehemmt.
Nur schnell ins Kleid ... und auch die Schuhe.
Mein Gott, warum das Mieder klemmt!?

Ich überrasch' den Geist der Geister
Mit österlichem Angebind'.
Er sieht mir keusch in meine Augen:
Er sinkt dahin, das Musenkind!

Ich knie vor ihm, stumm erschrocken,
Und lausche seinem Harfenklang.
Oh, stille Stunde, Osterfeier,
Wie schön sind Liebe und Gesang!

(Julie Schrader 1881-1939, deutsche Schriftstellerin)

Quelle: Wenn ich liebe, seh ich Sterne, Gedichte der
Julie Schrader, dtv München 1977, S. 53.



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Ostersprüche

Alles freuet sich

Alles freuet sich und hoffet, wenn der Frühling sich erneut.

(Friedrich Schiller 1759-1805, deutscher Dichter, Philosoph)



Osterspruch

Wenn der Frühling

Wenn der Frühling ins Land zieht, wäre es eine Beleidigung der Natur,
nicht einzustimmen in ihr Jauchzen.

(John Milton 1608-1674, englischer Dichter)



Kurzer Osterspruch

Das weiss ein jeder

Das weiss ein jeder, wer's auch sei, gesund und stärkend
ist das Ei.

(Wilhelm Busch 1832-1908, deutscher humoristischer Dichter)




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Leben und Werke.

Julius Sturm
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Hans von Gumppenberg
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Klabund
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