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Weihnachtsgedichte 2

Weihnachts Gedichte - Weihnacht - Gedicht - Weihnachten

Hier erhalten Sie schöne und besinnliche Weihnachtsgedichte





Dezemberabend, erste Flocken feuchten; aus der Ferne zarter Duft.
Hoffnungsvoll durchleuchtet ...



Weihnachtsgedicht

Dezemberabend


Dezemberabend, erste Flocken feuchten;
Aus der Ferne zarter Duft.
Hoffnungsvoll durchleuchtet
Ein Stern die flockentrübe Luft.

Glockenklänge beben
Summend durch mein Ohr.
Aus der Masse heben
reinste Klänge sich empor.

Goldne Lichter zittern
Über meine Seele hin.
Seit ich deinem Leuchten
Einst begegnet bin.

(© Monika Minder)



Weihnachts Gedicht

Oft in der stillen Nacht


Oft in der stillen Nacht,
Wenn zag der Atem geht
Und sichelblank der Mond
Am schwarzen Himmel steht,

Wenn alles ruhig ist
Und kein Begehren schreit,
Führt meine Seele mich
In Kindeslande weit.

Dann seh ich, wie ich schritt
Unfest mit Füssen klein,
Und seh mein Kindesaug
Und seh die Hände mein,

Und höre meinen Mund,
Wie lauter klar er sprach,
Und senke meinen Kopf
Und denk mein Leben nach:

Bist du, bist du allweg
Gegangen also rein,
Wie du gegangen bist
Auf Kindes Füssen klein?

Hast du, hast du allweg
Gesprochen also klar,
Wie einsten deines Munds
Lautleise Stimme war?

Sahst du, sahst du allweg
So klar ins Angesicht
Der Sonne, wie dereinst
Der Kindesaugen Licht?

Ich blicke, Sichel, auf
Zu deiner weissen Pracht;
Tief, tief bin ich betrübt
Oft in der stillen Nacht.

(Otto Julius Bierbaum 1865-1910, deutscher Schriftsteller, Journalist)







Weihnachtsgedicht

Süsse Zeit geborgner Gefühle


Süsse Zeit geborgner Gefühle
Gedanken an die Kinderzeit
Mitten im Weltgewühle
Leise Herrlichkeit.

Noch steh ich da mit Wehmutsschmerz
Staunend in der Dämmerung Stunden
Getrübt mein Blick vom kalten Herz
Klingt vertrauter Klang an alte Wunden.

Geige tönt und Flöte
Und die Kinder singen
Weihnachtlich in der Abendröte.
Mein Herz beginnt zu springen.

(© Monika Minder)



Weihnacht Gedicht

Die Zeit ist nah


Ein Gloria singend geht die Winternacht
durch Schneegefilde; keines Sternbilds Pracht
schaut aus den schwarzverhüllten Himmeln nieder, –
durch eisbereifte Fenster aber bricht
ins Strassendunkel eine Flut von Licht
und eine Woge kindhaft süsser Lieder.

In Bethlems Tälern nicht, – nicht weltenfern
und himmelhoch glänzt heut der Weihnacht Stern,
nach dessen Strahl die Brust sich sehnend weitet:
die Zeit ist nah, wo licht und hüllenlos,
wo neugeboren aus der Menschheit Schoss
die Liebe durch des Elends Nächte schreitet.

Die Zeit ist nah, wo jede Klage schweigt,
wo jedem Flehn ein menschlich Herz sich neigt,
Das Bruder heisst den Irrenden und Armen, –
wo sich der Keim aus brauner Scholle drängt
und Licht und Wärme als sein Recht empfängt
und nicht als Bettelgabe – aus Erbarmen!

Die Zeit ist nah: schon blüht ein bleiches Rot
im Osten auf, – schon zuckt in heisser Not
ein letztes Wehe durch der Menschheit Glieder;
sie ruft und ringt – der Dämmerung Schleier fällt:
erlösungsfreudig steigt zur dunklen Welt
das Himmelskind, die goldne Liebe, nieder.

(Clara Müller-Jahnke 1860-1905, deutsche Dichterin, Journalistin)







Weihnachtsgedicht

Das Licht, das goldne Licht


Das Licht, das goldne Licht
Vertreibt die Seelenschatten
Im Herzen wird es langsam licht
Vorbei das Irren auf den Totenmatten.

Lass deine Seele aus der Brust
Liebe ist geboren
Küss die Herzenslust!
Das goldne Licht trägt heute eine Krone.

(© Monika Minder)



Weihnachtsgedicht

Ein Traum


Eines Nachts, ich träumte so vor mich hin
von grünen Tannen mit hellen Lichtern drin.
Mit roten Ohren sass ich auf Mutters Schoss
und flehte: "lass mich bloss nicht los!"

Ich wollte warten bis es Morgen ist,
doch da ein Engel mit weissem Gesicht.
O Herz, das muss ein Zeichen sein
Schau, wie der Weihnachtsbaum sich neigt!

O Welt, da bist du wieder
Komm sing mit mir die schönen Lieder! -
Da wacht ich auf aus meinem Traum
und suchte vergebens nach dem bunten Weihnachtsbaum.

Müde schon im Morgenschein
schlief ich nach dem Traume wieder ein.
Auf den Lippen noch ein zärtlich Lächeln
Mutter sagte: "bald ist Weihnachten
und dein Traum wird immer echter."

(© Monika Minder)

Offizielle Homepage von Monika Minder



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